Gartentipp März 2012



Riesenzwiebeln zeitig im Haus vorziehen

Groß ist die Palette der Speisezwiebeln und ihrer nahen Verwandten. Seit über 4000 Jahren von allen Kulturvölkern geschätzt, gilt sie als beliebteste Würzpflanze und ist unverzichtbar für viele Rohspeisen und gekochte Gerichte.

Neben der Speisezwiebel, der Schalotte und der Perl-, Frühlings- und Winterheckenzwiebel sind seit einigen Jahren besonders die Gemüsezwiebeln geschätzt, die ein Erntegewicht von bis zu einem Kilo auf die Waage bringen.

Um diese Erträge zu erzielen, reicht es aber nicht aus, die Samen im Frühling im Freiland auszusäen; eine Anzucht auf der Fensterbank ist nötig, um starke Jungpflanzen zu bekommen.

Als Saatgut empfehlen sich die Sorten "Alisa", "Graeg", "The Kelsay" oder "Yellow Sweet Spanish Sperling's Koloss". Die Samen werden ab Anfang März dünn in Schalen und Kisten cirka zwei Zentimeter tief in feuchter Vorzuchtserde ausgesät. Die Gefäße bedeckt man am besten mit einer Glasscheibe oder Haushaltsfolie und stellt sie an einen warmen Ort, der durchaus dunkel sein kann, da zum Keimen kein Licht erforderlich ist. Während im Freiland Zwiebeln erst in zwei oder drei Wochen keimen, zeigen sich die ersten Sprosse im warmen Haus bereits innerhalb einer Woche. Die Sämlinge müssen jetzt hell und nicht zu warm gestellt werden, z.B. auf einer Fensterbank oder im leicht temperierten Wintergarten oder Gewächshaus. Die Abdeckung wird entfernt. Die Jungpflanzen verzieht man auf 5 x 5 cm in größere Pflanzgefäße. Im Freiland finden die Gemüsezwiebeln ab April unter Folie, Glas oder Vlies oder nach den letzten Spätfrösten ca. Mitte Mai, ihren Platz; der Reihenabstand beträgt 30 cm und der Abstand von Pflanze zu Pflanze 25 cm. Wer sich die Mühe der Vorzucht ersparen möchte und nicht auf riesige Gemüsezwiebeln Wert legt, kann die Samen auch im März direkt ins Freiland in nicht zu tiefe Rillen einsäen. Eine Markiersaat von Salat oder Radieschen wird zur rechtzeitigen Erkennung der Reihen dazwischengesät. Zwiebeln keimen zwar schon ab einer Bodentemperatur von vier Grad Celsius, kaltnasses Wetter mit Frösten führt aber leicht zu Ausfällen.





Bildunterschrift: Um bis zu einem Kilogramm schwere Gemüsezwiebeln zu ernten, lohnt sich die frühe Aussaat auf der Fensterbank.

Bild: Peter Busch

Zum optimalen Wachstum benötigen die Zwiebeln neben einem vollsonnigen Standort humose Gartenböden; Sandböden mit Lehmanteil sind am idealsten. Besonders gut wachsen Gemüsezwiebeln auf Beeten, auf denen im Vorjahr Starkzehrer, wie Kohl, Sellerie und Kartoffeln, standen, die eine reiche Gabe Kompost und verrotteten Mist bekommen hatten. Im selben Frühjahr ausgebrachten Mist vertragen Zwiebeln nicht; in Frage kommen dann nur reifer Kompost und eine kleine Gabe von Holzasche.

Als bekannteste Mischkultur empfiehlt sich der Anbau neben Möhren, da sich diese Pflanzen günstig im Wachstum beeinflussen und zudem dem Befall mit der Möhren- und der Zwiebelfliege vorbeugen. Möglich sind aber auch Nachbarn wie Gurken, Salat und Schwarzwurzeln oder eine Pflanzung neben Kräutern, wie Bohnenkraut, Dill und Kamille. Zwischen den Reihen lockert man im Frühling mit dem Sauzahn; zum Sommer lohnt sich ein Mulchen mit Grasschnitt oder ähnlichem Material. Dies sorgt auch für die erwünschte Bodenfeuchtigkeit; bei trockener Witterung führt eine wöchentliche Wassergabe zu höheren Erträgen.

Sind im Garten Schäden durch die Zwiebelfliege zu befürchten, ist ein Anbau unter Gemüsefliegennetzen die einfachste Art, sich vor dieser lästigen Plage zu schützen. Ab September beginnt dann die Ernte dieser mild schmeckenden Zwiebeln; sie eignen sich besonders gut zu Rohkostsalaten, als geschmortes Gemüse oder ausgehöhlt mit einer Füllung aus Getreide oder Fleisch zubereitet. N & G

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