![]()
Gartentipp Dezember 2011
![]()
![]()
Neue Sorten nach der Bambusblüte
Sehr zum Erstaunen vieler Gärtner gab es in den letzten Jahren in Parks, Botanischen Gärten sowie Privatgärten eine reichliche Blüte des Schirmbambus, die keiner erwartet hätte. Diese Blüte zehrte enorm an den Kräften des Bambus, so dass er zuerst mit gelben Strähnen zu sehen war und dann meistens abstarb. Ein totaler Rückschnitt der Büsche zum Anfang der Blüte brachte bei einigen Exemplaren einen Erfolg, andere blühten jedoch sofort an den neu entwickelten Halmen. Betroffen waren ohne Ausnahme vom Schirmbambus die Art Fargesia murielae und nie andere Bambusarten.
Von den vielen aus Fernost stammenden Formen des Bambus kamen zur Anpflanzung in unseren Breiten stets nur absolut winterharte Arten in Frage. Zu empfehlen war da an erster Stelle immer der Schirmbambus, der leicht überhängend horstartig wächst und durch seine kurzen Ausläufer ständig dickere Büsche bildet, die bis zu vier Meter hoch werden. Die einzelnen Triebe wachsen straff aufrecht und hängen mit zunehmender Belaubung schirmartig über den Sprossen. Zwei Arten gibt es vom Schirmbambus, die bereits durchgeblühte Art mit hellgrünen Blättern (F. murielae) und eine mit dunkelgrüner Belaubung (F. nitida). Von letzterer wurden in den vergangenen Jahren bereits blühende Halme entdeckt, so dass mit einer Vollblüte und anschließendem Absterben zu rechnen ist. Ein Kauf von Pflanzen dieser Art ist deshalb zur Zeit nicht zu empfehlen.
Dafür gibt es aber neue F. murielae Sorten, die garantiert erst in einigen Jahrzehnten wieder blühen. Die Sorten Favorit, Kranich, Phoenix und Temse sind in Höhe und Erscheinungsform den verblühten Exemplaren sehr ähnlich; die Sorte Simba bleibt mit 2-2,5 Metern kleiner, und Jumbo wird bis zu vier Meter hoch. Sehr zu empfehlen ist auch die unbekanntere Bambusart Phyllostachys, von der es einige bei uns winterharte Arten gibt, die zudem auch in der kalten Jahreszeit ihre frischgrüne Farbe behalten.
.
|
|
Hervorragend eignet sich Bambus als Sicht- und Windschutz; pfiffig ist die Idee, ihn als Hecke zu pflanzen. Bild: Peter Busch
|
Bambus kann man im Garten zu unterschiedlichsten Zwecken anpflanzen; hervorragend eignet er sich als Sicht- und Windschutz. Die schon bei einem kleinen Windzug raschelnden Blätter und Halme bremsen den Wind dabei besser, als wenn er von einer festen Wand abgeleitet würde. Natürlich lassen sich die horstigen Büsche ebenso gut für eine Einzelstellung wie für eine Zuordnung zu Gehölzen verwenden. Den Flair eines fernöstlichen Gartens erreicht man, indem man den Bambus zu Blütengehölzen seiner Heimat, wie Japanischer Kirsche oder Pflaume, sowie Steinen und Wasser zuordnet. Auch vor dem Hintergrund dunklerer Nadelgehölze oder an der Hausmauer machen diese Pflanzen einen guten Eindruck. Da sie sowohl einen vollsonnigen als auch einen halbschattigen Platz vertragen, sind ihre Einsatzmöglichkeiten recht universell.
Am besten ist ein Standort auf durchlässigem, frischen und feuchten Boden; Staunässe und trockene Böden sind zu meiden. Als raschwüchsige Pflanze bedarf er einer guten Nährstoffzufuhr; Kompostgaben und verdünnte Pflanzenjauchen sorgen für zügiges Wachstum.
Auch wenn Bambus nicht zu unseren heimischen Pflanzen gehört, kann man im Winter seine Funktion für die hiesige Tierwelt erkennen. Zum Abend suchen manche Vögel und besonders gerne kleine Scharen von Spatzen die dichten Büsche auf und nutzen sie als geschützten Schlafplatz. Bei einem Standort in der Nähe von Wasser finden unterschiedliche Amphibien ihren gewünschten feuchten, kühlen Platz. Peter Busch